Klebekork verlegen

Information und Hinweise zur Verarbeitung von Klebekork, auch als Korkparkett bezeichnet. Korkparkett findet im gesamten Wohnbereich, d.h. auch in Küche und Bad, sowie in öffentlichen Gebäuden wie z.B. Kindergärten und Büros seinen Einsatz. Korkparkett gibt jedem Raum eine besondere Note von Behaglichkeit und Wärme. Außerdem ist er schalldämmend und angenehm für den gesamten Bewegungsapparat.

Korkparkett Verlege-Tipps

Damit Sie lange Jahre Freude an Ihrem Klebekork haben, sollten Sie folgende Hinweise und Tipps unbedingt beachten:

Korkparkett muss vor der Verlegung ca. 24-48 Std. akklimatisiert werden. Hierzu legen Sie die geschlossenen Pakete in den zu verlegenden Raum. So kann sich das Naturmaterial Kork richtig akklimatisieren. Die raumklimatischen Verhältnisse sollten bei vor und während der Korkboden Verlegung mind. 18-20 °C und bei ca. 55 % Luftfeuchte liegen. Auch das Material für die Untergrundvorbereitung, Klebstoffe und Oberflächenmaterial muss den gleichen raumklimatischen Verhältnissen entsprechen. Wichtig sind der Untergrund sowie die raumklimatischen Bedingungen, welche der DIN 18365 entsprechen müssen. Darüber hinaus sollten auch die Vorgaben der DIN 18299 beachtet werden. Unterböden müssen eben, dauertrocken, fest, frei von Rissen und klebe hemmenden Verunreinigungen sein.

Zementestrich: Stark saugfähige Untergründe (mineralisch) benötigen einen Voranstrich, da ohne Vorstrich die Einlegezeit stark reduziert wird bzw. keine Haftung des Klebstoffsystems auf dem Untergrund erfolgt, wenn dieser sandig ist.

Anhydritestrich: Muss je nach Beschaffenheit der Oberfläche geschliffen bzw. gebürstet und entstaubt werden. Er muss grundsätzlich grundiert werden. Bei Verwendung von Dispersionsklebstoffen muss unbedingt mit einer Ausgleichmasse gespachtelt werden (Schichtdicke mind. 2 mm).

Verlegespanplatten V 100: Müssen entstaubt werden, Fugen und Schraublöcher mit geeigneten Materialien schließen. Danach kann ohne weitere Vorarbeiten direkt verklebt werden. ACHTUNG: Die Spanplatten müssen in Nut-/Federbereich nach Vorschrift verleimt und schwimmend verlegt sein, sonst drohen Risse im Kork-Parkett.

Alte Steinböden oder Fliesen: Müssen mit Universalverdünnung grundgereinigt (entfettet) werden, anschließend aufrauen mit einem Schleifpapier (Körnung 60er oder 80er Papier). Danach grundieren und nachträglich mit Ausgleichmasse spachteln (Schichtdicke mind. 2 mm).

Gussasphaltestrich: Muss grundsätzlich mit Ausgleichmasse gespachtelt werden (Schichtdicke mind. 2 mm). Alter Gussasphalt muss zuvor grundiert werden.

Alte PVC- oder Kunststoffbeläge: Müssen homogen, fest verklebt und glatt sein (keine Schaumpolsterbeläge). Die Oberfläche muss grundgereinigt und grundiert werden. Die Verlegung kann nur mit einem Kork-Kontaktkleber erfolgen.

Alte Holzdielen: Müssen mit der Unterkonstruktion fest verbunden sein, damit ein späteres Knarren und Quietschen vermieden wird. Erhabene Stellen einebnen (geschüsselte Dielen) und mit einer Spanplatte V 100 schwimmend belegen. Zuvor muss eine Trittschalldämmung aus Presskork eingebracht werden. Sollten keine Aufbaumöglichkeiten bestehen, kann auch auf den alten Dielenboden ein Kork-Fertigparkett verlegt werden.

Altuntergründe mit Klebstoff- und Belagresten: Unbedingt alle Kleber- und Belagreste entfernen. Danach grundieren und mit Ausgleichmasse spachteln (Schichtdicke mind. 2 mm).

Fußbodenheizung: Wir empfehlen bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung (Oberflächentemperatur max. 28° C) einen Klebekork in 4 mm Stärke. Bei einer Elektro-Fußbodenheizung raten wir grundsätzlich von einer Verlegung ab. Wichtig ist, dass sowohl Temperatur, als auch Luftfeuchtigkeit, von Raum und Korkplatte übereinstimmt. Der Estrich ist vor der Verlegung stufenweise auf- und danach abzuheizen (gem. Aufheizprotokoll).

Der Klebstoff

Die Korkplatten sind bereits vorgeleimt, dann wird lediglich der verlegereife Untergrund mit Kork-Kontaktkleber satt beschichtet. Bitte verwenden Sie hierzu eine Velours- oder Moltoprenerolle. Nach ausreichender Ablüftzeit d.h., wenn der Kleber auf dem Untergrund transparent geworden ist, werden die Platten passgenau in das abgelüftete Klebebett eingelegt und mit einer Andruckwalze sorgfältig festgerollt, sowie mit einem geeigneten Gummi-Hammer nachgeklopft.

Die Korkplatten sind nicht vorgeleimt, dann wird der Kork-Kontaktkleber beidseitig (Plattenrückseite und Untergrund) mit einer Veloursrolle gleichmäßig satt aufgerollt. Nach ausreichender Ablüftezeit d.h., wenn beide Klebefilme transparent geworden sind, werden die Korkplatten passgenau eingelegt und mit einer Andruckwalze festgerollt. Die Nahtkanten der Korkplatte müssen mit einem geeigneten Gummi-Hammer nachgeklopft werden.

Die Verlegung

Beginnen Sie an einer geraden Wand des Raumes (Bild 1) vorzugsweise am Eingang. Die nächsten Reihen werden immer versetzt und nicht auf Kreuzfuge verlegt. Im übrigen wird Kork-Parkett passgenau aneinander gelegt. Im Bereich von Türen und Heizungsrohren kann die Korkplatte mit einem Teppichmesser passgenau eingeschnitten werden (Bild 2). An der Wand wird die Korkplatte, wie auf Bild 3 beschrieben, ebenfalls ohne Dehnfuge eingeschnitten.

Die Versiegelung

Unsere Empfehlung für alle Einsatzbereiche im Innenbereich auch in Küche und Bad: Kork Wasserlack (lösungsmittelarm) Dieses Produkt wurde über Jahre hinweg für Korkbodenbeläge abgestimmt und entwickelt. Kork Wasserlack basiert auf hochwertigen Polyurethan-Anteilen und zeichnet sich durch einen hohen Festkörpergehalt und beste Abriebwerte aus. Er wird unverdünnt und satt mit einem speziellen Lackroller aufgerollt. Die Trockenzeit zwischen den Aufträgen beträgt je nach Hersteller ca. 3-5 Stunden. Nach ca. 10-14 Stunden ist der Boden vorsichtig begehbar, nach 48 Stunden leicht und nach 5 Tagen voll belastbar.

Klebekork erhalten Sie: roh, vorversiegelt oder enversiegelt

Bitte beachten Sie hierzu folgende Hinweise:

Klebekork roh: Wir empfehlen 3 Lackaufträge mit je 110g/m². Die rohe Korkoberfläche muss staub- und fettfrei sein, sie darf nicht angeschliffen werden. Auf einen Anschliff zwischen den einzelnen Lackaufträgen kann verzichtet werden, wenn die Oberfläche zuvor gründlich gesäubert wurde. Voraussetzung ist, dass die Lackaufträge innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Klebekork vorversiegelt: Auf die staub- und fettfreie Lackfläche versiegeln Sie ohne Zwischenschliff lediglich 1 x satt innerhalb von 24 Stunden nach der Verlegung.

Klebekork endversiegelt: Hier ist nur eine Erstpflege erforderlich.

Allgemeiner Hinweis

Bei der Verwendung von Kork-Wasserlacken kann es bei manchen Korkqualitäten zu leichten Quellungen der Granulatkörner kommen. Diese Reaktion des Naturproduktes Kork entzieht sich dem Einfluss des Herstellers, beeinträchtigt aber nicht die Gebrauchstüchtigkeit des Bodens und ist somit kein Grund zur Beanstandung.

Die Werkzeuge
- Metermass
- spez. Lackrolle
- evtl. Stahlwinkel
- Teppichbodenmesser
- Andruckrolle oder Gummihammer
- Veloursrolle für den Kleber

WOHNTEC Hinweis

Diese anwendungstechnische Beratung in Wort und Schrift, gilt nur als unverbindlicher Hinweis und befreit Sie nicht von der eigenen Prüfung der von uns gelieferten Produkte auf ihre Eignung für beabsichtigte Verfahren und Zwecke. Anwendung und Verarbeitung der Produkte erfolgen außerhalb unserer Kontrollmöglichkeiten und liegen daher ausschließlich in Ihrem Verantwortungsbereich.

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